Sead Pajalic - unser Experte für Süd-Ost Europa
Gemeinsam mit seinen sieben Geschwistern ist Sead auf einem Bauernhof in Cazin in Bosnien aufgewachsen. Sein Vater, der im Baugewerbe arbeitete, pendelte jede Woche zwischen seiner Familie in Bosnien und seinem Arbeitsplatz in Klagenfurt.
Nach seiner Lehre als Mechaniker, Schlosser und Kraftfahrer war Sead zunächst 6 Jahre als LKW Fahrer international unterwegs, bis es ihn 1990 schließlich auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle – ebenso wie seinen Vater – auch nach Kärnten zog. Allerdings war es für Sead unvorstellbar, ohne seine Familie das Land zu verlassen und seine Frau und Tochter nur wochenends zu sehen, wie es bei seinem Vater war. Stets war die Familie für Sead das wichtigste, gleich danach kamen dann seine Arbeit und dann erst alles andere. „Als wir nach Österreich gekommen sind, haben wir nichts gehabt, wir haben buchstäblich von null anfangen müssen“.
Obwohl er damals bereits den Busführerschein besaß, war Sead keinesfalls auf der Suche nach einem Job als Reisebusfahrer. Ihm war durchaus bewusst, dass ihm dafür die Erfahrung fehlte und auch seine Deutschkenntnisse noch keinesfalls ausreichend waren. Trotzdem kam es anders als er dachte, denn sein damaliger Arbeitgeber suchte dringend einen Busfahrer. So wurde Sead sprichwörtlich „ins kalte Wasser geworfen“, denn bereits nach 8 Tagen in Österreich kam Sead zu seinem ersten großen Einsatz: „Meine erste Reise führte 12 Tages lang nach Norddeutschland, Schweden und Dänemark. Die erste Zeit war sehr, sehr schwer für mich. Ohne berufliche Praxis als Reisebusfahrer und ohne ausreichend sprachliche Kenntnisse wollte und musste ich aber trotzdem dieselben Leistungen erbringen, wie die österreichischen Kollegen. In dieser Zeit wusste ich oft nicht, wie ich es schaffen werde und dachte oft sogar daran, den Job aufzugeben und nach Bosnien zurückzukehren.“ Doch dann ist der Krieg in seiner Heimat ausgebrochen und somit wurde es Sead klar: eine Rückkehr ist unmöglich, er muss durchhalten. Mit großem Engagement lernte er Deutsch und begann sich in Österreich immer besser zu integrieren. Es waren sicher harte Jahre, aber heute ist Sead sehr froh, dass er damals durchgehalten hat.
Wenn er heute an die vergangenen 20 Jahre als Busfahrer zurückdenkt, dann fallen ihm zahlreiche schöne Erlebnisse ein. In besonders schöner Erinnerung blieben ihm zum Beispiel jene 10 Jahre, in denen er mit dem KAC-Team unterwegs war. „Ich fühlte mich so richtig wohl, wurde vom internationalen Team gut aufgenommen und habe mich mit zahlreichen Spielern und Funktionären auch privat angefreundet. Als ich als Team-Busfahrer aufhörte, habe ich vom KAC-Team ein Dress mit meinem Namen und der Rückennummer 10 – für die 10 Jahre, in denen ich mit ihnen gefahren bin - geschenkt bekommen.“ Auch seine Reisen nach Rumänien sind ihm in bester Erinnerung geblieben. Sie waren für ihn kulturell äußerst interessant und auch die köstliche Fischsuppen des Donaudeltas, sind ihm in guter Erinnerung geblieben.
„In meinem beruflichen Leben hat es immer Höhen und Tiefen gegeben. Aber als ich vor 3 Jahren, im April 2008, bei der Firma Hofstätter zu arbeiten begonnen habe, habe ich beruflich meinen Höhepunkt erreicht. Heute kann ich wirklich sagen, ich bin rundum glücklich: privat, familiär und dienstlich!“
Mit seiner Frau Mirsada hat er immer zusammengehalten - in „guten wie in schlechten Zeiten“ - und so konnten sie vieles schaffen. Heute wohnen sie in Ebenthal bei Klagenfurt, wo sie sich vor einigen Jahren ein schönes Haus gebaut haben. Sehr stolz ist Sead auch auf die drei gemeinsamen Kinder. Die älteste Tochter, Elma, ist 22 Jahre und hat gerade ihr Studium beendet. Für den Sommer ist ihre Hochzeit geplant, es wird ein riesiges Fest geben, wie es in Bosnien üblich ist.
Die zweite Tochter, Amela, ist 14 Jahre, besucht das BORG in Klagenfurt und ist sehr musikalisch. Der jüngste, Enis, besucht die Volksschule und ist ein begeisterter Kicker. Sead bedeutet seine Familie einfach alles und so nutzt er jede freie Minute um mit seinen Liebsten zusammen zu sein.
Etwa drei Mal pro Jahr fährt Familie Pajalić auf Heimaturlaub nach Bosnien, wo Sead und seine Frau sich vor vielen Jahren ein Haus gebaut haben. Auch wenn sie gerne in ihrer alten Heimat sind, fühlen sie sich in Kärnten zu Hause. „Wir haben uns mittlerweile sehr gut in Österreich integriert, haben hier sehr viele Freunde gefunden und ich habe als Ausländer eigentlich nie negative Erfahrungen gemacht“.
So bleibt Sead also nur mehr der Wunsch - neben ein paar Reisezielen, die er hinter dem Steuer eines Hofstätter-Reisebusses noch anfahren möchte, wie zum Beispiel Russland, das Nordkap oder Marokko - gesund zu bleiben!
Zu Ende gedacht:
Zu einem Urlaub gehören für mich: zwei Teile: einer davon ist das körperliche Wohl, also ein Urlaub am Meer. Der andere Teil ist dann für das seelische Wohl, was ich bei Heimaturlaub finde.
Ich kann… gut zuhören und lerne gerne von älteren und erfahrenen Leuten.
Ich kann nicht… Ungerechtheiten vertragen.
Ich gebe gerne Geld aus … für alles, was notwendig ist, damit es mir und meiner Familie gut geht.
Ich würde gerne: häufiger in unbekannte Länder reisen.
Mein Motto: „Recht geben und Recht verlangen“.
Mein Motto: „Recht geben und Recht verlangen“.









